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Mediennutzung und Schulversagen

Aktuelle Studien wie z.B. „Die PISA-Verlierer – Opfer ihres Medienkonsums“ vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen übermäßigem Konsum von Bildschirmmedien und Schulversagen.

Die Ergebnsisse dieser Studien erklären auch die „Jungenkrise“ der letzten 20 Jahre, in denen die Jungen durchschnittlich immer schlechtere schulische Leistungen erbracht haben, und von den Mädchen auf allen Ebenen überholt wurden. Wenn schon jeder fünfte männliche Neuntklässler mehr als vier Stunden täglich am Computer spielt, können solche Ergebnisse auch nicht erstaunen.

Während Anfang der 90er noch mehr Jungen als Mädchen das Abitur ablegten (mit besseren Notendurchschnitt) und auch bei den Schulabbrechern und Wiederholern die Mädchen knapp in der Mehrzahl waren, sehen die Verhältnisse heute ganz anders aus: Zwei Drittel der Wiederholer und Schulabbrecher sind Jungs, es machen mehr Mädchen Abitur, und das mit besseren Noten!

Als absoluter Schulkiller hat sich dabei die Kombination von Fernseher, Spielekonsole und Internet-PC im Kinderzimmer erwiesen, denn Bildschirme im Kinderzimmer verdoppeln die Nutzungsdauer.

Spätestens wenn es in der Schule nicht mehr läuft, heißt die Konsequenz: Bildschirme raus aus dem Kinderzimmer, dort gehören sie ohnehin nicht hin! Auch hinter den rasant steigenden Zahlen angeblicher ADHS-Kinder (überwiegend Jungen) sehen Experten zu frühen und übermäßigen Bildschirmkonsum.

Studien des KFN zeigen ebenfalls, dass Videospiele mit hoher emotionaler Beteiligung,wie  z.B. die bei Jungen beliebten „Ego-Shooter“, die Gedächtnisleistung erheblich beeinträchtigen. Während der ersten Schlafphase werden normaler Weise Lerninhalte vom Kurzzeitgedächtnis in das Mittelzeitgedächtnis übertragen. Die Eindrücke solcher Spiele verhindern diesen Prozess und verdrängen die Lerninhalte aus dem Gedächtnis.

Weiterhin wurde nachgewiesen, dass die Konzentrationsleistung nach nicht-medialen Freizeitbeschäftigungen um 50% besser ist als nach einem gewalthaltigen Computerspiel. Nach 90 Minuten Tischtennis erbrachten die jugendlichen Testpersonen eine deutlich bessere Leistung in einem simplen Rechentest als die Vergleichsgruppe, die sich mit einem Ego-Shooter-Spiel beschäftigt hatte.

Eindeutige Konsequenz: Gewalthaltige Spiele sollten auf lernfreie Zeiten beschränkt werden, wenn man sie überhaupt spielen muss. Eltern sollten sich überlegen, ob Spiele, in denen auf animierte Menschen geschossen wird, Blut spritzt und Körperteile fliegen, mit ihren Erziehungsgrundsätzen vereinbar sind und vor ihren Kindern eine eindeutige Position dazu beziehen.

Download KFN-Studie: Pisaverlierer durch Medienkonsum

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