GPS-Ortung macht Kinder unmündig und ängstlich

Spiegel online berichtet am 25.1.18 über Projekte, die per GPS-Tracking Kinder im Straßenverkehr schützen wollen. Kinder sollen mit mit GPS-Sendern bestückt werden, Autofahrer mit einer entsprechenden App. Eine sicher gut gemeinte Idee, bei der die Schattenseiten aber klar überwiegen:
Wie verhindert man effizient, dass ein Kind selbständig, selbstbewusst und erwachsen wird? Man fährt es jeden Tag zur Schule, zum Sport, zur Gitarrenstunde, etc. und steckt ihm einen GPS-Tracker an, mit dem man es permanent ortet. Solche Kinder werden ängstlich und unsicher, weil man ihnen suggeriert, dass überall Gefahr droht und sie ohne Mamas/Papas Assistenz nicht überleben können. Inzwischen gibt es sogar schon Einlegesohlen mit GPS-Chip:
Ein zunehmendes Verkehrsrisiko für Kinder ist die Tatsache, dass inzwischen schon jedes zweite Kind zur Schule gefahren wird, da spielen sich täglich zunehmend haarsträubende Szenen vor den Schulen ab. Vor Schulbeginn und nach Schulschluss hieße das dann Dauerpiepen in den Eltertaxis, das vermutlich ebenso ignoriert würde wie hupende Alarmanlagen.
Zudem werden Autofahrer, die eine App vor Kindern in der Nähe warnt (Handynutzung am Steuer?), vom Verkehr abgelenkt, und auch die GPS-Ungenauigkeit von +-10 Metern kann sich kontraproduktiv bis lebensgefährdend auswirken.
Weiterer Aspekt, den die Initiatoren offensichtlich nicht bedacht haben: Für Pädokriminelle ist eine App, die ihnen anzeigt, wo einzelne Kinder herumlaufen, eine verhängnisvolle Steilvorlage!
 
 

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