Hessische Kriminalstatistik 2010

Auszüge zum Thema Internetkriminalität aus der offiziellen Pressemeldung des LKA Hessen vom 24.02.2011:

Im Jahr 2010 nahm die Internetkriminalität von 16.863 im Vorjahr auf 17.669 Fälle zu. Die Aufklärungsquote liegt als guter Wert bei 67,8 Prozent.

Die Internetkriminalität umfasst eine enorme Bandbreite. Sie reicht von der Beleidigung in Internetforen über die Betrugshandlungen beim Warenhandel im Internet bis hin zur Infizierung fremder Rechner mittels Trojanern, um sensible Daten (z. B. im Online-Banking) auszuspähen. Dominant ist mit einem Anteil von 78,9 % der Betrug im Internet und hier insbesondere der
Waren- bzw. Warenkreditbetrug.

Das Ausspähen von Daten, der Betrug mit Daten von Zahlungs-/Kreditkarten und die Verbreitung  pornographischer  Schriften  gehören  zu  den  Kerndelikten  der  Internetkriminalität.  Computer  ahnungsloser  Internetnutzer  werden  von  den  Tätern  mit Schadprogrammen infiziert, um so an die Daten von Kreditkarten, aber auch an die Zugangsdaten  zum  Online-Banking  zu  gelangen.  In  einigen  Fällen  werden  diese infizierten  Computer  Teile  eines  sogenannten  Botnetzes.  Hiermit  können  weitere Straftaten begangen werden.

Internetnutzer müssen sich ständig gegen neue Formen der Online-Kriminalität wappnen. Schadprogramme sind zunehmend schwerer zu erkennen, in immer mehr Kriminalitätsbereichen verwenden Betrüger das Internet. Mit der steigenden Nutzerzahl im Internet haben auch die Tatgelegenheiten für die Täter zugenommen.  Im Umgang mit ihren persönlichen Daten verhalten sich die Nutzer häufig sehr unvorsichtig und gutgläubig. Das Problembewusstsein für den Umgang mit persönlichen Daten im Internet und deren Verbreitung muss auch künftig weiter geschärft werden. Hier gilt es, die Kompetenz und das Gefahrenbewusstsein durch Aufklärung und Information zu erhöhen.

Wichtiger Aufgabenschwerpunkt ist nach wie vor auch die Bekämpfung der Kinderpornografie im Internet. Fälle des Besitzes konnten im vergangenen Jahr zu 96,9 % aufgeklärt werden, Fälle der Verbreitung mit 72,1 %.

Die „Model-Masche“ führte zu intensivem Aufklärungsbedarf und darauf abgestimmter Öffentlichkeitsarbeit mit großer Resonanz aus der Bevölkerung und der Medien:
In dem sozialen Netzwerk www.wer-kennt-wen.de hatten es Betrüger auf junge Mädchen und Frauen abgesehen und ihnen Modeshootings in der Türkei angeboten. Nicht wenige junge Frauen gingen auf die unseriösen Angebote ein und flogen in die Türkei. Dort wurden ihnen Laptops und Handys abgenommen, immer wieder mussten sie finanziell in Vorleistungen treten, um ihre angebliche Model-Karriere in Gang zu bringen, und in Einzelfällen wurden die Frauen sexuell missbraucht.

Viele Internetnutzer bewegen sich im Netz völlig ohne Sicherheitsvorkehrungen.

  • Jeder fünfte surft ohne Virenschutz-Programm und ein Drittel ohne eine Firewall, die den Datenverkehr überwacht und nach festen Regeln kontrolliert (Quelle: Bitkom 2010)
  • 123456 ist das meistverwendete Passwort weltweit (Quelle: Imperva, 2010)
  • 37% der Internetnutzer verraten ihren Bekannten gemäß einer Forsa-Umfrage ihr persönliches Passwort
  • 38% der Nutzer von Twitter und Facebook teilen online ihre Wochenendpläne mit und geben somit wichtige Informationen für Einbrecher preis (Quelle: Legal & General and Sophos)

Diese Zahlen stehen beispielhaft für einen sehr hohen Aufklärungs- und Sensibilisierungsbedarf in der Präventionsarbeit.

Viele Internetnutzer bewegen sich im Netz völlig ohne Sicherheitsvorkehrungen. Je-
der fünfte surft ohne Virenschutz-Programm und ein Drittel ohne eine Firewall, die
den Datenverkehr überwacht und nach festen Regeln kontrolliert (Quelle: Bitkom
2010)
  123456 ist das meistverwendete Passwort weltweit (Quelle: Imperva, 2010)
  37% der Internetnutzer verraten ihren Bekannten gemäß einer Forsa-Umfrage ihr
persönliches Passwort
 38% der Nutzer von Twitter und Facebook teilen online ihre Wochenendpläne mit und
geben somit wichtige Informationen für Einbrecher preis (Quelle: Legal & General and
Sophos)
Diese Zahlen stehen beispielhaft für einen sehr hohen Aufklärungs- und Sensibilisierungs-
bedarf in der Präventionsarbeit.

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