Smartphones für Fünftklässler? Elternbrief 2015

Zum zweiten Mal habe ich bereits vor den Sommerferien die Eltern unserer kommenden Fünftklässler an der Gutenbergschule Wiesbaden in Sachen Smartphonenutzung angeschrieben. Kernaussage: Smartphones und Fünftklässler sind nicht kompatibel, eine smartes Phone erfordert einen smarten Nutzer!

=> https://www.gutenberg-gym.de/2015/07/smartphones-fuer-fuenftklaessler/

Updates:

=> https://www.gutenberg-gym.de/2016/07/keine-smartphones-fuer-fuenftklaessler/

=> https://www.gutenberg-gym.de/2019/06/elternbrief-handyempfehlung-der-gutenbergschule-fuer-die-unterstufe/


Kommentare

Smartphones für Fünftklässler? Elternbrief 2015 — 5 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Veröffentlichung.
    Meine Meinung zu dem Thema geht in die selbe Richtung. Bei einem Elternabend sage ich derzeit den Eltern, dass sie die 5. Klasse nutzen sollen, um sich selbst mit dem Smartphone zu beschäftigen und wenn sie die Funktionen kennen und verstehen (man muss ja nicht direkt zum Vollprofi mutieren) kann das Gerät dem Kind gegeben werden. (Natürlich mit entsprechenden Abmachungen zur Nutzung.)

    Wie findest du das?

    Viele Grüße
    Michael

  2. Hallo Michael, den Ansatz finde ich gut, allerdings sehe ich auch bei einem Sechstklässler keine Notwendigkeit für ein Smartphone. Kindern in diesem Alter würde ich ja auch keinen PC mit Internetanschluss zur uneingeschränkten Nutzung ins Zimmer stellen, da gibt es einen Familien-PC im Wohnzimmer – es sei denn, die Eltern kennen sich technisch richtig gut aus, das findet man aber sehr selten. Die Nutzung von Smartphones und mobilen Konsolen lässt sich kaum wirksam kontrollieren, auch wenn dafür Regeln vereinbart werden. Schöne Grüße, Günter

  3. E-Mail einer Mutter, die anonym bleiben möchte:
    auf der Suche nach Infos zu diesem Thema bin ich auf Ihren informativen und in meinen Augen sehr wichtigen Elternbrief gestoßen und finde, dass er in dieser Form eigentlich bundesweit an alle weiterführenden Schulen verschickt werden sollte.
    Mein Sohn ist jetzt in der 5. Klasse am hiesigen Gymnasium – Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber er ist tatsächlich der einzige aus seiner Klasse (26 Schüler), der kein Smartphone mit Whatsapp & Co. besitzt.
    Die Kinder dürfen in der Schule kein Handy nutzen – es muss bis nach dem Schulunterricht ausgeschaltet in der Tasche bleiben. Verstöße werden ähnlich geahndet wie an Ihrer Schule.
    Die meisten Kinder haben mit Beginn der 5. Klasse bzw. in den Sommerferien ein Smartphone bekommen. Bereits noch vor Schulbeginn gab es die ersten Ärgernisse, weil die Kinder Klassengruppen einrichteten und sich gegenseitig zu Moderatoren ernannten ohne zu begreifen, was ein Moderator eigentlich ist und zu tun hat. Bald darauf flogen die ersten aus der Gruppe raus, andere kamen herein. Eine Mitschülerin aus der alten Klasse 4 fing an, einen Jungen zu stalken und mit Liebesgrüßen zu belästigen. Es gab erste virtuelle Rangeleien in einer Klasse, die sich vier Jahre lang durch eine sehr gute Klassengemeinschaft ausgezeichnet hatte.
    Das ganze setzte sich dann in Klasse 5 fort. Sofort nach Schulbeginn entstand eine Klassengruppe, in der sich offenbar einige Mädchen gegenseitig ausgrenzten. Eine Sprachnachricht kursierte, in der ein Schüler aufs Heftigste beleidigt wurde und die auch bei mir – also auch auf mein Smartphone – Einlass fand, obwohl weder mein Sohn noch ich mit dieser Sache zu tun hatten.
    Ich nahm nun all diese Dinge zum Anlass, um meinen Sohn auf die Gefahren solcher Sprachnachrichten hinzuweisen und auch auf whatsapp allgemein.
    Er weiß durch mein Smartphone, wie das ganze funktioniert.
    Wir haben zuhause alles, was das online-Herz begehrt: I-Pads, Laptop, Smarthones etc. Ich habe meinem Sohn gerade deshalb ausführlich erklärt, dass ich zum Beispiel nur Threads und Beiträge poste, deren Inhalte ich vor aller Welt rechtfertigen kann – und ich schreibe nur Dinge, die jeder (!) lesen darf. Auch darauf habe ich meinen Sohn hingewiesen: Schreibe nur das, was du selbst und vor allen Menschen dieser Welt vertreten kannst!
    Beleidige niemanden virtuell.
    Ein Problem sind in der Tat die vielen, vielen Nachrichten, die auflaufen, wenn ein Kind mal mehrere Stunden nicht online war. Zudem kontrolliert eine Freundin ständig das Handy ihres Sohnes, um etwaiges krudes Zeug bei whatsapp löschen zu können. Damit verbringt sie täglich etwa 30 Minuten. Muss sowas sein? Warum machen wir uns zum Sklaven dieser Technik? Warum müssen 10Jährige Smartphones haben?
    Bislang hat mein Sohn noch nicht nach einem Smartphone verlangt. Er will es auch wohl nicht. Er meint, er bekommt auch so alles mit – zumal ihm seine Klassenkameraden ohnehin immer alles brühwarm berichten. In der Schule dürfte er es sowieso nicht nutzen und die Nachmittage verbringt er mit Fußballtraining, Hausaufgaben oder ist verabredet. Letzteres funktioniert noch ganz gut ohne Handy und nach wie vor per Telefon.
    Zudem scheint es noch einige vernünftige Eltern zu geben, die das Smartphone nur zu bestimmten Uhrzeiten für kurze Zeit „freigeben“. Fragt sich nur, wie lange noch…
    Bitte machen Sie weiter – Ihre Arbeit ist extrem wichtig und wird vor dem Hintergrund, dass inzwischen schon in der Grundschule Smartphones kursieren, immer wichtiger.

  4. Hallo,

    laut Aussage von 1 Lehrkraft einer 5.ten Klasse ist es ratsam, der Aussage von Schüler*innen „alles ausser mir haben ein Smartphone“ skeptisch zu sein. Die Erfahrung habe ihn gelehrt, dass die Aussagen von Schüler*innen und Eltern sich da widersprechen. Es sei ratsam, auf einem frühen Elternabend einmal abzufragen, welches Kind tatsächlich ein Smartphone oder Handy habe, notfalls anonym über Zettel, damit die Aussagen verglichen werden können. Oder aber die Lehrkraft thematisiert/erfragt dies vorher im Unterricht und auf dem Elternabend werde dies angesprochen. Wichtig sei, dies sehr früh am Schulanfang zu tun, damit nicht zu viele Eltern dem vermeintlichen Druck, dass „alle ausser xy ein Smartphone haben“ unterliegen.
    Ich finde den finanziellen Aufwand eines Smartphone auch erheblich und dies sollte auch ein gültiges Argument sein dürfen gegen ein Smartphone. Mal so eben 300,00 € dafür ausgeben – welch hoher Anspruch und was heißt das für die Zukunft… Aber andererseits sollten wir Eltern auch schauen, was für ein Vorbild wir abgeben.

  5. Wow! Welch eine Welle da auf uns zurollt! Es ist unheimlich anstrengend neben Job, Haushalt und Krisenmanagement noch ständig pädagogisch wertvoll zu agieren und die Zeit lieber draussen bei einem Spaziergang, buchlesend oder mit aktivem Zuhören zu verbringen (es ist ja so einiges was sich bei den Kids ansammelt). Aber es ist auch Fakt dass es nicht anders geht, dass es anders noch viel schwieriger wird. Und ab und zu mal mit Pizza und Coke auf der Couch oder vor dem Bildschirm ist sicher auch mal drin ;-). Jetzt gilt’s für unsere Kinder und unsere Zukunft auf Zack zu sein. Sonst kauft bald wirklich keiner mehr ne Freibadkarte weil keine Freunde mehr zum schwimmen kommen…

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