Pokémon Go: Spannend, aber nicht ohne Fallstricke

Seit der Freischaltung des Handy-Spiels „Pokémon go“ in Deutschland sind zahlreiche begeisterte Spieler zu beobachten, die ihre Wohnungen verlassen, um Pokémons einzufangen, Pokéstops zu finden und ihre Monster in virtuellen Kampfarenen gegeneinander antreten zu lassen.

Auf der anderen Seite häufen sich besorgte Stimmen von Eltern, Pädagogen und Datenschützern, die sich um die Gesundheit und die Privatsphäre der Spieler sorgen. Kinder könnten auf der Monsterjagd blind über Straßen laufen, Kriminelle könnten Spielen an Pokéspots auflauern und sie ausrauben, der Anbieter könnte die gesammelten persönlichen Daten und Bewegungsprofile zu Werbezwecken verkaufen, etc.

Sicher ist, dass bei einer „kostenlosen“ App immer ein wachsames Auge auf Nutzungsbedingungen, Privatsphärerichtlinen und in-App-Käufe gerichtet werden muss, denn die Anbieter solcher Apps sind in der Regel keine Wohltätigkeitsvereine, sondern Firmen mit klaren wirtschaftlichen Interessen. Personenbezogene Daten sind längst ein wertvolles Wirtschaftsgut, mit denen Firmen wie Facebook,  Google und Co. Milliarden verdienen.In der aktuellen c’t findet sich ein detaillierter Artikel zum Thema Datenschutz und Privatsphäre im Spiel Pokémon Go.Nach Einschätzung der Autoren ist die Nutzung der erhobenen Spielerdaten für den Hersteller lukrativer als die in-App-Käufe, mit denen Niantic aktuell ca. 2 Millionen Dollar täglich einnimmt! => http://www.heise.de/ct/ausgabe/2016-16-Der-laxe-Datenschutz-von-Pokemon-Go-3271350.html

Ebenso sicher ist, dass Kinder unter 13 Jahren Apps ohne Erlaubnis ihrer Eltern gar nicht installieren und nutzen dürften, weil ein U.S.-Gesetz Kindern bis 12 Jahren die selbständige Nutzung von Onlinediensten generell verbietet. Da alle großen Anbieter von Mobiltelefonen bzw. deren Betriebssystemen (Apple/iOS, Google/Android, Microsoft/Windows Phone, Blackberry/Blackberry OS) U.S.-Firmen sind und somit diesem Gesetz unterliegen, sind Eltern in jedem Fall verpflichtet, zu wissen, welche Apps ihre Kinder nutzen und welche Probleme eventuell mit deren Nutzung verbunden sind. Sie müssten sich also entsprechend informieren und ihre Kinder beraten und kontrollieren. Das ist allerdings in den wenigsten Familien der Fall.

Wer sich selbst eine fundierte Meinung über Pro und Kontra von Pokémon Go bilden möchte, findet nachfolgend einige aufschlussreiche Artikel dazu:

  1. Die AGB von Pokémon Go in deutscher Sprache
  2. Die Privatsphärerichtlinie von Pokémon Go (deutsch)
  3. Computermagazin c’t: Datenschützer kritisiert Nutzungsbedingungen
  4. Netzpolitik.org: Datenschutzerklärung von „Pokémon Go“: Großzügige Erlaubnis zur Datenweitergabe an staatliche Stellen
  5. www.klicksafe.de: Pokémon Go unter der paedagogischen Lupe

Meine persönliche Einschätzung dazu:

  • Pokémon Go ist ein sehr spaßiges und spannendes Spiel, das die Spieler dazu motiviert, nach draußen zu gehen, viele Kilometer auf der Suche nach Pokémons, Pokéspots und Arenen zurückzulegen und dabei mit anderen Spielern ins Gespräch zu kommen, anstatt die Nachmittage zuhause vor der Spielekonsole zu verbringen.
  • Eltern sollten aber unbedingt wissen, dass ihr Kind dieses Spiel spielt, sich damit auseinandersetzen, klare Nutzungsregeln vereinbaren, Zeitvorgaben setzen, und natürlich auch auf potentielle Risiken hinweisen. Wenn man sieht, wieviele Erwachsene sich halb- bis komplett blind mit dem Smartphone vor der Nase im Straßenverkehr und auf Bürgersteigen bewegen (nicht wenige ja auch am Steuer eines Autos), wird deutlich, welches Gefahrenpotential hier für Kinder besteht, deren Impulskontrolle weitaus weniger entwickelt ist.
  • Apps, die ein so starkes Interesse an persönlichen Daten zeigen, sollte man grundsätzlich über einen Zweitaccount spielen (bei Pokémon Go kann man sich mit einem Googlekonto registrieren), der keine persönlichen Daten enthält, und Kinder sollten im Netz grundsätzlich niemals ihren echten Namen angeben, sondern immer über einen Nickname agieren. Auch für Erwachsene ist das in diesem Fall empfehlenswert. Nutzername und Standort werden anderen Spielern angezeigt, von daher sollte der Nickname nichts über den User verraten, v.a. nicht Alter und Geschlecht.
  • Pokémon GO ist zwar kostenlos, doch mit in-App-Käufen lässt sich der Fortschritt im Spiel beschleunigen. Eltern sollten In-App-Käufe daher unterbinden. Anleitungen, wie man In-App-Käufe unter Android und iOS unterbindet, finden sich im Netz, z.B. bei Connect.de.
  • Wer beispielsweise eine Paybackkarte benutzt, gibt weitaus mehr und wertvollere persönliche Daten preis als ein Pokémonspieler! Eltern, die um den Datenschutz ihrer Kinder besorgt sind, sollten also durchaus auch ihr eigenes Onlineverhalten auf den Prüfstand stellen.
  • Da das Spiel dank GPS und permanent aktiviertem Display extrem stark am Handyakku saugt, wird sich der Spaß für viele Spieler nach kurzer Zeit ganz von selbst relativieren – es sei denn, sie verfügen über Wechselakkus und/oder externe Powerbanks 😉

Kommentare

Pokémon Go: Spannend, aber nicht ohne Fallstricke — 2 Kommentare

  1. Alles klar, freundlicher Zeitgenosse. Du solltest im Gegenzug Zeichensetzung und korrekte Imperative lernen, es heißt lerne, nicht lern. Davor gehört ein Komma und am Satzende setzt man einen Punkt. Wenn man schon klugscheißert, dann richtig 😉

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