JIM-Studie 2019 veröffentlicht – Ergebnisse

Ende März erschien die JIM-Studie des MPFS mit einiger Verspätung. Die Studie beleuchtet seit 1998 jährlich das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren.

Die aus der Perspektive Medienerziehung/Jugendmedienschutz interessantesten Ergebnisse, insbesondere im Hinblick auf Veränderungen gegenüber dem Vorjahr:

  • Im Vergleich zur JIM-Studie 2018 zeigt sich überwiegend ein rückläufiger Trend im Gerätebesitz, am deutlichsten sichtbar bei Laptop, DVD-Player/Festplattenrekorder sowie bei stationären Spielkonsolen.
  • Gegenüber 2018 ist der Anteil der Smartphonebesitzer*innen etwas gesunken, dies ist vor allem durch den Rückgang bei den Jüngsten (12-13 Jahre) begründet, hier ging der Smartphonebesitz gegenüber 2018 um 11 Prozentpunkte auf 84 Prozent zurück. Ob sich dahinter eine kritischere Betrachtung der Smartphonenutzung durch die Eltern verbirgt, wird sich erst in einem längeren Zeitraum zeigen.
  • Die Beschäftigung mit digitalen Spielen ist bei den Jungen nochmals um 7 % auf 80 % gestiegen („mache ich täglich oder mehrmals wöchentlich), während das Lesen von Büchern 5 % verloren hat.
  • Die täglich Videospielzeit von Jungen an Schultagen ist gegenüber 2018 um 30 Minuten gesunken und liegt jetzt bei 116 Minuten, die Ursache vermuten die Forscher im nachlassenden Hype von Fortnite. Mädchen spielen 43 Minuten täglich, ein Minus von 14 Minuten.
  • Die gesamte tägliche Bildschirmzeit an Schultagen liegt für Jungen bei 5:57 Std. (minus 55 Min.), für Mädchen bei 5:25 Std (minus 34 Minuten).
  • Mit 34 % hat die Anzahl der Jugendlichen, die täglich oder mehrmals wöchentlich in ihrer Freizeit Bücher lesen einen Tiefstand erreicht (2018: 39 %). Jungen liegen hier bei 28 %, Mädchen bei 40 %. 15 % der Mädchen und 22 % der Jungen lesen niemals Bücher. Hier zeigt sich auch ein deutlicher Unterschied zwischen GymnasialschülerInnen und den anderen Schulformen.
  • An der Rangliste der beliebtesten Apps hat sich wenig geändert, nur TikTok (vorher Musical.ly) hat deutlich zugelegt. Facebook ist und bleibt out!
  • Mädchen sind in Apps, bei denen es um Selbstdarstellung geht (Instagram, Snapchat, TikTok) deutlich aktiver als Jungen. Auf Instagram haben Mädchen durchschnittlich 319 Follower, Jungen 278.
  • Ein Drittel der GymnasiastInnen hat auf Instagram öffentliche Accounts, bei Haupt- und RealschülerInnen ist es knapp die Hälfte.
  • YouTube ist die mit Abstand beliebteste Website.
  • 44 % nennen bei wichtigen Apps zur Alltagsorganisation eine App der Schule.
  • Die tägliche Onlinezeit ist um 9 Minuten auf 205 Minuten gesunken (Jungen: 214 Min., Mädchen 195 Min.)
  • 10 % der Onlinezeit werden für Informationssuche verwendet, 90 % für Kommunikation, Spielen und Multimedia. Bei den Mädchen dominiert Chatten, bei den Jungen Gaming.
  • Die durchschnittliche Fernsehdauer an Schultageni ist um 10 Min. auf 107 Minuten zurückgegangen, wobei Jüngere eine längere Nutzungsdauer angeben als Ältere (12-13 Jahre: 113 Min., 18-19 Jahre: 97 Min.) und Mädchen länger fernsehen (114 Min.) als Jungen (100 Min.).
  • Die Zahlen im Bereich Cybermobbing sind gegenüber 2018 weitestgehend unverändert, ca. ein Drittel hat es im Bekanntenkreis mitbekommen, 8 % geben an, dass sie schon einmal „online fertiggemacht“ wurden.
  • Von Hassbotschaften, extremen politischen Ansichten, Fake News und beleidigenden Kommentaren berichten ca. 75 % der 12/13jährigen, mit zunehmendem Alter sinken diese Zahlen bis auf 42 % bei den 18/19jährigen.

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