Bildschirmzeit per Fritz!Box einschränken

Thema Kindersicherung/Zeitbegrenzung im WLAN: Die meistgenutzten Router in Deutschland, die Fritz!Boxen von AVM, verfügen über ein ausgeklügeltes Zeitmanagement. Man kann jedem Gerät Zeiträume und Zeitbudgets zuordnen und auch mehreren Geräten gemeinsame Budgets zuteilen.
Besitzt ein Kind also Handy, Tablet und PC, kann man diesen z.B. gemeinsam 2 Stunden täglich zuordnen, die zu bestimmten Uhrzeiten verbraucht werden können. Nächtliche Nutzung lässt damit also grundsätzlich verhindern.
Diese Einstellungen haben allerdings keinen Einfluss auf die Nutzung mobiler Daten (auch das muss man manchen Eltern erklären) und sie nutzen auch nichts, wenn das Kind sich das WLAN-Passwort der Nachbarn besorgt…
Von daher sollten sich digitale Endgeräte über Nacht nicht im Kinderzimmer befinden, v.a. die mobilen.
Bei jeglicher Kindersicherung muss man immer im Hinterkopf haben, dass sie umgangen werden kann. Im Netz finden sich dafür reichlich Anleitungen, an einer gut konfigurierten Fritz!Box kommen Kinder aber in der Regel nicht vorbei – es sei denn, sie knacken das (schlechte) Admin-Passwort der Eltern, 123456…

Wichtiger Hinweis: Apple hat mit der Funktion „private WLAN-Adressen“ in iOS 14 im Grunde die Kindersicherung der Fritzbox ausgehebelt: https://support.apple.com/de-de/HT211227
Begründet wird dies mit Datenschutz, da ansonsten Werbefirmen ein Handy bei der Nutzung öffentlicher WLANs von Geschäft zu Geschäft verfolgen können.
Sollte das Kind ein iPhone haben und auf das aktuelle Betriebssystem updaten, wählt das iPhone gegenüber der Fritzbox eine zufällige statt der echten Hardwareadresse (MAC-Adresse) des Telefons aus. Bleibt diese dauerhaft für dieses WLAN, taucht das iPhone nach dem Update nur einmal als neues Gerät im Router auf und muss dem passenden Profil hinzugefügt werden.

Von Apple heißt es dazu: „Wenn du alle Inhalte und Einstellungen von deinem Gerät löschst oder die Funktion „Netzwerkeinstellungen zurücksetzen“ verwendest, verwendet dein Gerät beim nächsten Herstellen einer Verbindung zum WLAN-Netzwerk eine andere private WLAN-Adresse.“
https://support.apple.com/de-at/HT211227
Dann muss allerdings auch das WLAN neu eingerichtet werden und das Kind muss sich nach dem Passwort erkundigen. So weit, so gut.

Sollte sich die MAC-Adresse allerdings selbständig verändern, bleibt nur, die Funktion „private WLAN-Adressen“ auf dem iPhone unter Einstellungen > WLAN > [WLAN-Name] > private WLAN-Adressen auszuschalten und das Zugangsprofil „Standard“ so zu verändern, so dass es grundsätzlich „gesperrt“ ist. Alle im Netzwerk vorhandenen Geräte müssen dann einem anderen als dem Standardprofil zugeordnet werden, damit sie (eingeschränkt oder uneingeschränkt) Zugriff aus Internet bekommen. Ausserdem muss das Gastnetz abgeschaltet werden…

Eine weitere Möglichkeit ist, in den Routereinstellungen unbekannte Geräte (MacAdressen) grundsätzlich zu blockieren – dann muss allerdings jedes neue Gerät (auch im Gastnetz) händisch in der FritzBox eingerichtet werden.

Wenn jetzt auf dem iPhone die Funktion „private WLAN-Adressen“ eingeschaltet wird, meldet sich das iPhone als unbekanntes Gerät bei der Fritzbox und ist sofort komplett gesperrt. Es bleibt dem Besitzer also nichts anderes übrig, als die Funktion wieder auszuschalten, damit er überhaupt ins Internet kommt. Damit landet er dann wieder in dem für ihn gestalteten Profil mit Zugangsbeschränkungen.

Das Gastnetz muss ausgeschaltet sein, da durch die zufälligen Hardwareadressen auch die Funktion „Nutzung des Gastzugangs gesperrt“ im Filter der Fritzbox nicht mehr funktioniert.

Details zur Konfiguration in der Fritzbox finden sich hier (Punkt 4 beachten!):
https://avm.de/…/8_Internetnutzung-mit-Kindersicherung…

Eine einfache Maßnahme, um grundsätzlich Manipulationen und Änderungen zu erkennen: In der Fritz!Box unter „System – Push Service“ die Änderungsnotizen aktivieren, dann versendet sie eine E-Mail, wenn der Nachwuchs die MacAdresse ändert und sich ein neues Gerät im WLAN anmeldet.


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