Smartphone erst ab 14 Jahren???

Ich habe hier ja schon diverse Beiträge zum Thema Kinder und Smartphones verfasst und möchte noch einmal meine Handyempfehlung wiederholen:

  • Tastenhandy ab 5. Klasse
  • Smartphone ab 14 Jahren (Jugendliche)
  • Mobiles Internet auf dem Smartphone ab 16 Jahren

Die Argumente dafür lassen sich in den =>vorhergehenden Artikeln nachvollziehen und JA!, auch wenn der aktuelle Status Quo ganz anders aussieht und mittlerweile fast 90 % der 12/13jährigen ein Smartphone besitzen, bleibe ich bei dieser Linie. Nur weil eine Mehrheit etwas für richtig hält, muss es noch lange nicht das Richtige sein – es ist noch gar nicht so lange her, dass eine Mehrheit Atomkraft für eine sichere, beherrschbare Technologie hielt.

Wer diese Ansicht für absurd-weltfremd-rückständig-verstaubt hält, sollte sich vergegenwärtigen, dass IT-Größen wie Bill Gates (Microsoft), Steve Jobs (Apple) oder Jeff Bezos (Amazon) mit ihren eigenen Kindern exakt diese Strategie fahren, und dass sicherlich nicht, weil sie keine Ahnung haben, worum es hier geht!

In der aktuellen c’t 10/2016 findet sich auf Seite ein Artikel zu Handytarifen, der auch einen Hinweis zu für Kinder geeigneten Tarifen gibt. Erfreulicher Weise empfiehlt die c’t-Redaktion darin ebenfalls, Kindern nur ein Tastenhandy mit Prepaidkarte ohne Internet zur Verfügung zu stellen („unter gar keinen Umständen eine SIM-Karte mit Laufzeitvertrag“) und erst Jugendlichen, also mindestens 14jährigen ein Smartphone anzuvertrauen. Wenn man mitbekommt, welchen Stress die Schulen inzwischen mit der Smartphonenutzung in den Klassenstufen 5-7 haben, und zunehmend auch in den Grundschulen, ist das absolut nachvollziehbar, und zwar nicht primär aus finanziellen Überlegungen. Man muss über eine gewisse Reife verfügen, um mit einem solchen High-Tech-Werkzeug verantwortungsvoll und reflektiert umzugehen – die allermeisten Kinder sind damit schlicht überfordert.

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Kommentare

Smartphone erst ab 14 Jahren??? — 4 Kommentare

  1. Ich finde es heftig, dass zum einen von Smartphones abgeraten wird unter 14 und in manchen Schulen komplettes Handyverbot herrscht, gleichzeitig „fuchteln“ von der Grundschule!!!!! an, LehrerInnen im Unterricht permanent mit ihren Smartphones herum. Zum Teil unterrichtsbezogen aber auch privat. Außerdem wurde von Lehrerseite nahegelegt, sich über Hausaufgaben per WhatsApp zu verständigen; dies sei Usus. Auch gibt es WhatsApp Gruppen von Lehrern mit Schülern. Wenn ich meinem Kind (fast 11) zu einem Termin mal ein einfaches Handy mitgebe, um kurzfristig etwas abzuklären und/oder für den Notfall, weigert es sich, weil es so „steinzeitmäßig“ und somit oberpeinlich ist und will keinesfalls damit gesehen werden.

  2. Leider gibt es auch ausreichend Lehrkräfte, denen es an Medienkompetenz fehlt. Wo soll sie auch herkommen, sie gehören zur selben Generation wie die Eltern :-/

  3. Hallo Herr Steppich,
    vielen Dank für die vielen guten Informationen.
    Wie wird die Handynutzung an Ihrer Schule gehandhabt und haben Sie Informationen zu anderen Schulen?
    Obwohl an der Schule meines Sohnes große Probleme bestehen wegen der Handynutzung auch der jungen Schüler insbesondere in den Pausen, wird nichts dagegen getan.
    Haben Sie einen Rat für uns?
    Vielen Dank und viele Grüße
    Christina Hegerding

  4. Hallo Frau Hegerding,

    bei uns gilt (schon seit 10 Jahren) ein grundsätzliches Nutzungsverbot für digitale Endgeräte, Lehrkräfte können das aufheben, wenn sie im Unterricht damit arbeiten möchten, und die Oberstufe hat eine Freigabe für ihre Aufenthaltsräume. Bei Verstößen werden die Geräte eingezogen und müssen bei Minderjährigen von den Eltern abgeholt werden.
    Die Eltern unserer neuen Fünftklässler schreiben wir zum Thema Smartphone bereits vor den Sommerferien an:
    http://www.gutenberg-gym.de/2015/07/smartphones-fuer-fuenftklaessler/

    Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, wir haben vergleichsweise wenig Probleme in Sachen Smartphone und Internet. Zum Paket gehören allerdings auch medienpädagogische Veranstaltungen für die Kinder, deren Eltern und regelmäßige schulinterne Fortbildung der Lehrkräfte.

    Wenn die Schulleitung bei Ihnen von sich aus nichts unternimmt, würde ich den Schulelternbeirat aktivieren.

    Schöne Grüße
    Günter Steppich

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