WhatsApp ist eine illegale Abhöranlage!

Ich habe schon zahllose Berichte gehört, die die den klaren Verdacht nahelegen, dass die Apps von Facebook (Facebook, Messenger, WhatsApp, Instagram) offensichtlich permanent mithören, wenn man ihnen nicht den Zugriff auf das Mikrofon verwehrt. Beispiel: Kürzlich unterhielt sich eine Bekannte mit einem Bankangestellten über die Stadt Montabaur, in der beide noch nie waren. Der Bänker erwähnte, dass es dort wohl einen großen Outletstore gäbe. Am nächsten Tag sieht die Bekannte Werbung für exakt diesen Outletstore! Dass ein Smartphone ein Gespräch in einer Bank mithört und auswertet, ist mehr als bedenklich.
Der folgende aktuelle Vorfall ist ebenso skurril wie eindeutig:
Ein Kollege geht mit seiner Schwester wandern, diese läuft sich die Haut an den Oberschenkeln wund. Sie sprechen darüber, mit welcher Salbe sich das behandeln lässt. Am nächsten Tag sieht die Schwester Werbung für exakt diese Salbe in Facebook. Von den oben genannten Apps nutzt sie nur WhatsApp. Noch Fragen? Oder andere Erklärungen?
WhatsApp mit Zugriff auf das Mikrofon ist meines Erachtens laut Telekommunikationsgesetz eine illegale Abhöranlage und gehört verboten! Mal abgesehen davon, dass auch die unvermeidliche Freigabe der Handykontakte im Klartext für einen US-Anbieter einen glasklaren Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung darstellt. Die Vorstellung, dass ein US-Konzern meine Gespräche mithört, wenn auch nur eine Person mit WhatsApp in der Nähe ist, finde ich gruselig.
Meine Empfehlung: WhatsApp löschen und auf Threema oder Wire wechseln. Signal ist ebenfalls empfehlenswert, allerdings nicht für Kinder, da hier die Handynummer zwingend angegeben werden muss und für alle Kontakte sichtbar ist. Telegram ist aus Datenschutzsicht keinen Deut besser als WhatsApp.

Kommentare

WhatsApp ist eine illegale Abhöranlage! — 11 Kommentare

  1. Warum kompliziert und teuer, wenn es auch einfach und billig geht und bessere Ergebnisse erzielt? Nicht, weil Facebook es nicht tun würde, sondern weil es a) viel zu teuer ist, b) auffälligen Datenverkehr verursachen würde, c) weil eine Schlagwortauswertung total ungenau sowie in Konzeption und Pflege extrem teuer und d) weil es einfach völlig unnötig ist, euren ganzen Gesprächsmüll zu sammeln und durchzugehen. Das gewünschte Ergebnis lässt sich viel einfacher durch eure Spuren im Internet und die Standorte der Handys erzielen.

    Irgendwoher kennt der Bruder die Salbe, vielleicht hat er sie schon mal gekauft, er schaut im Internet gelegentlich Wandertouren und Sportschuhe an, kauft in der Internetapotheke und bei Decathlon ein… da gehören die Handys, die ihm öfter nahekommen und noch nie diese Salbe gekauft haben zur bevorzugten Zielgruppe. Die engen Kontakte meiner Kunden sind meine Kunden von morgen.

  2. ich habe schon zu viele solcher „Zufälle“ mitbekommen, um das plausibel zu finden, ausgerechnet am Tag nach der Wanderung… da kann man auch die Erde für eine Scheibe halten

  3. Als „Empfehlung“ werden ausschließlich zentrale Insellösungen aufgeführt.
    Ergänzend mache ich hier auf dezentrale Messengersysteme wie Jabber(XMPP),
    Matrix, DeltaChat (E-Mail) und P2P-Systeme wie Briar aufmerksam.

    Mehr Informationen zu freien Alternativen zu WhatsApp:

    https://www.freie-messenger.de/warum/warumnicht
    https://www.freie-messenger.de/systemvergleich
    https://www.freie-messenger.de/sys_whatsapp
    https://www.freie-messenger.de/geheimnisse

  4. Delta Chat.
    Mail Client im Messenger Look mit automatischer Verschlüsselung wenn beide Kontakte Delta Chat benutzen.
    Natürlich unerwähnt. 😑

    Featurestand in etwa WhatsApp ohne Anrufe.

  5. „Natürlich unerwähnt“, weil ich meiner Klientel (Kindern und Jugendlichen, Eltern, Lehrkräften) nicht mit nerdigen Alternativen kommen kann, die man nicht einfach als App installieren kann. Und ich würde dieser digital weitgehend ahnungslosen Klientel auch nicht empfehlen, sich einen alternativen App-Store zu installieren, wo sie sich deutlich leichter Schadsoftware einfangen als in den offiziellen Stores.

  6. Der Kommentar „Natürlich unerwähnt“ ist in mehrfacher Hinsicht schizophren, da sowohl xmpp (Conversations, Pix-Art,…) als auch Deltachat im offiziellen Play-Store als App vorhanden sind und laut diesem Artikel doch WhatsApp die Schadsoftware ist und diese im alternativen Store F-droid.org nicht vorhanden ist.

  7. Ramona, eine brauchbare Alternative muss sowohl für Android als auch für iOS als App verfügbar sein. Delta chat gibt es nicht im Apple Store

  8. T’schuldigung Günther, aber kannst du auch mal keinen Unsinn erzählen?
    Delta Chat für iOS gibt es sehr wohl, über Testflight. Apple kriegt es eben nicht auf die Reihe Vorabversionen in den Appstore zu packen. Bei Google kein Problem.

  9. Hallo Markhus, normaler Weise lösche ich solche unverschämten Kommentare einfach, aber ich wiederhole es für dich gerne nochmal (s.u.) in simplen Worten: Meine Klientel sind keine Nerds, sondern unbedarfte Kids und Eltern, denen ich nicht mit Testflight, Jailbreak oder F-Droid kommen kann, die brauchen einfache Lösungen aus den offziellen App Stores.

  10. Hallo Herr Steppich,

    wie schon Herr Gathmann oben gesagt hat: es ist extrem unwahrscheinlich das ständig aufgenommene Audiodaten übertragen werden – das Datenvolumen würde explodieren und der Akku der Smartphones wäre ratzfatz alle (weil ständiges Senden solcher Datenmengen viel mehr Strom verbaucht als Standby, genau so wie streaming).

    Und das müsste so sein, da die Sprachanalyse aktuell nur in der Cloud funktioniert und nur sehr eingeschränkt auf den Geräten. Auch Siri, Amazon Echo und Co. erkennen lokal nur das „Aktivierungswort“ und übertragen erst ab dann – aus genau dem gleichen Grund.

    Es gibt auch einfachere Erklärungen, nämlich das es tatsächlich mit der Suchaktivität zusammenhängt, bzw. auch der von Bekannten bzw. der von Personen mit denen man zusammen war. Diesen Bezug können Apps ganz einfach herstellen wenn 2 Personen zusammen gleichzeitig am gleichen Ort waren, dazu braucht es nur die Geodaten die in der Tat regelmässig und leicht übertragen werden können. Wenn beide Personen WhatsApp Nutzer sind und sich gegenseitig in den Kontakten haben, kann man sich durchaus vorstellen das FB solche Korrelationen automatisch herstellt – das wäre in der Tat auch mit viel weniger Rechenaufwand in der Cloud möglich.

    Also machen Sie mit ihren Schülern doch mal einen Test: wählen ein obskures Produkt mit dem noch kein Schüler etwas zu tun hatte, teilen die Klasse in 2 Gruppen, eine Gruppe sucht im Internet nach diesem Produkt, die andere schaut ob es in der Folge Werbung dazu bekommt. Natürlich darf das Stichtwort von der Testgruppe nirgendwo sonst benutzt werden wo FB es mitbekommen könnte (also auch nicht in Chats, etc.).

    Angewandte Medienpädagogik! 😉

  11. Hallo,

    danke für den MedPäd-Tipp, aber mal abgesehen davon, dass ich keinen Unterricht habe, in dessen Rahmen ich das probieren könnte, kenne ich inzwischen ausreichend Fälle, in denen exakt das von Ihnen beschriebene Settung passiert ist: Stichwörter, die in keinem anderen Kontext verwendet wurden, tauchen umgehend als Werbung in Facebook und/oder Instagram auf. Die zwei aktuellsten sind oben beschrieben, über Geodaten ist das nicht erklärbar. Es müssen ja auch keine Audiodaten mit hohem Datenvolumen versendet werden, Sprachanalyse funktioniert auch offline.

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